Kaufuntersuchung

Kaufuntersuchung

Unsere Klinik führt jährlich eine große Anzahl von Kaufuntersuchungen für Pferde mit sehr unterschiedlichen Verkaufspreisen durch. Dies machen wir mit entsprechender Sorgfalt und unter Betrachtung der Interessen von Käufer und Verkäufer. Häufig wird gesagt: „Das ist der Tierarzt des Verkäufers“ oder des „Käufers“. Das sollte aus unserer Sicht so nicht sein, da im Rahmen eines Pferdekaufes Käufer wie Verkäufer den Anspruch gegenüber dem untersuchenden Tierarzt auf eine faire und korrekte Untersuchung haben. Daher wird von uns versucht dem Pferd mit seinem gesundheitlichen Zustand zum Zeitpunkt der Untersuchung gerecht zu werden und letztendlich muss der Käufer eine Orientierung über den Zustand des Pferdes und eine Risikobewertung bekommen. Es muss aber auch allen Beteiligten bewusst sein, dass die Kaufuntersuchung keine Garantien geben kann und dass sie nur eine Betrachtung des Ist-Zustandes ist.

Häufig kommt auch die Frage auf ob das zu kaufende Pferd „wertvoll“ genug sei für eine Kaufuntersuchung – dies ist aus unserer Sicht Unsinn! Gerade die Kunden denen nicht so viel Geld zur Verfügung steht, sollten das Interesse an einer solchen Untersuchung haben, da es sonst nach dem Kauf auf Grund aufkommender gesundheitlicher Probleme viel teurer werden kann als man vorher eingeplant hat.

Viele Kunden – insbesondere, wenn zu ersten Mal ein Pferd gekauft wird – sind sich unsicher welchen Umfang diese Kaufuntersuchung haben soll. Grundsätzlich ist die Basis die standardisierte klinische Untersuchung. Diese folgt einem speziellen Formular und ist nicht veränderbar. Die Röntgenuntersuchung ist eine ergänzende Untersuchung und kann individuell gestaltet werden. In der Regel werden in Deutschland 12 Standardaufnahmen durchgeführt. Dies kann aber ergänzt werden und hat in der Anzahl keine Grenzen. Dennoch bieten die 12 Aufnahmen eine gute Übersicht und geben einen Eindruck über den Zustand des Pferdes. Ergeben sich während der klinischen Untersuchung für den Tierarzt Auffälligkeiten, werden Sie darauf hingewiesen und evtl. Empfehlungen für weitere Bilder gemacht. Auch empfehlen wir allen Beteiligten und unabhängig vom Wert des Pferdes die Entnahme von Blut zur möglichen Überprüfung auf gegebene Medikamente. Dies ist wichtig, da einige Medikamente in der Lage sind das Erscheinungsbild des zum Kauf stehenden Pferdes drastisch zu verändern. Diese Blutprobe gewinnt dann an Bedeutung, wenn kurze Zeit (Tage oder Wochen) nach dem Kauf Auffälligkeiten bei dem Pferd wie Lahmheiten, Rittigkeitsprobleme, Verhaltensveränderungen etc. auffallen. Nun ist die Frage ob diese Situation einfach passiert und man als Käufer Pech hat oder ob schon vor dem Kauf Manipulationen stattgefunden haben. Damit ist die genommene Blutprobe ein Nachweis für den Käufer zur Reklamation oder ein Schutz des Verkäufers zum Nachweis seiner Unschuld. Diese Probe wird in der Regel nicht direkt untersucht, sondern nach der Entnahme versiegelt zu einem Speziallabor geschickt und dort 6 Monate aufbewahrt. Dies ist auch preisgünstiger als die direkte Untersuchung.

Also kann der Auftraggeber auch ohne weiteres der Verkäufer sein. Der Auftraggeber ist am Ende aber derjenige, der den Umfang der Untersuchung festlegt und mit seiner Unterschrift bestätigt. Unabhängig davon hat der Käufer das Recht auf die Darstellung der Befunde! Auch sei darauf hingewiesen, dass es die so genannte „kleine“ und „große“ Kaufuntersuchung nicht gibt – sondern nur jene, die der Auftraggeber im Detail festlegt. In den letzten Jahren hat sich im Pferde(ver)kauf einiges verändert und in der Folge haben Verkäufer wie Käufer ein größeres Interesse an dieser tierärztlichen Kaufuntersuchung bekommen. Früher hatte eigentlich nur der Käufer Interesse an einer solchen Untersuchung, heute ist es fast umgekehrt: der Verkäufer möchte durch eine (Ver-) Kaufuntersuchung klar das Pferd beschreiben, um spätere Diskussionen zu vermeiden. Diesen berechtigten Wünschen tragen wir mit unserem Untersuchungsprotokoll und den angebotenen Untersuchungsverfahren Rechnung.

Zusätzlich bieten wir ein ausführliches Merkblatt zur Erläuterung der Kaufuntersuchung an. Trotz eines deutlich erhöhten Verwaltungsaufwandes für alle Beteiligten, zeigt sich, dass dieser Aufwand bei gleichzeitiger Erhöhung der Transparenz auch hinsichtlich der Kosten von den meisten Kunden sehr dankbar angenommen wird. Unterstrichen wird dies auch dadurch, dass viele Kollegen in Deutschland sich unsere Formulare zuschicken lassen, um Sie für Ihren Gebrauch zu verwenden.

Die hier zur Verfügung stehenden Dokumente stellen den augenblicklichen Stand unserer Kaufuntersuchung dar. Auf Grund neuerer wissenschaftlicher und juristischer Erkenntnisse werden die Unterlagen regelmäßig ergänzt (das zugesandte Formular von der Pferdeklinik ist das verbindliche). Informieren Sie sich vor dem Kauf in diesen Unterlagen, was alles untersucht wird oder besser untersucht werden kann, was es kostet und betrachten Sie Ihre Gestaltungsmöglichkeiten als Auftraggeber hinsichtlich des Umfanges und der Kosten.

Laden Sie sich unsere Merkblätter zur (An-)Kaufuntersuchung als PDF herunter:

→ Kaufuntersuchung Flyer

Alles was du zur Kaufuntersuchung wissen musst. Die tierärzliche Feststellung des Gesundheitszustandes eines Pferdes („Kaufuntersuchung“) schafft Rechtssicherheit und schützt sowohl Käufer als auch Verkäufer vor bösen Überraschungen.

→ Erweiterte Röntgenliste Ankauf

Fehlerhafte, fehlende oder falsche Informationen können dazu führen, dass der untersuchende Tierarzt nicht alle gesundheitlichen Beeinträchtigungen erkennen kann bzw. Befunde falsch interpretiert. Aus diesem Grund enthält das Untersuchungsprotokoll einen Fragebogen, der vom Verkäufer auszufüllen und zu unterschreiben ist.