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Druse

Bis vor einigen Jahren war diese von dem Erreger Streptococcus equi ssp. equi hervorgerufene Krankheit meldepflichtig und Ställe mussten unter Quarantäne (getrennt von anderen Pferden) stehen. Das bedeutet, dass keine Pferde aus einem betroffenen Stall diesen verlassen durften und auch keine neuen Pferde in den betroffenen Stall eingestellt werden durften. Dies ist mittlerweile nicht mehr per Gesetz geregelt, was etwas riskant ist, da einige Pferde den Erreger bereits mit sich tragen ohne klinische Auffälligkeiten zu zeigen. Die Erkrankung ist sehr infektiös und verbreitet sich sehr schnell. In einigen Stall sind über 30% der Pferde betroffen, was für die Wirtschaft ein sehr großes Problem darstellt. Der Ausfall von Turnieren, Quarantäne für einen Stall, Tierarztkosten, Medikamente, bleibende Gesundheitsschäden für einzelne Tiere und bei tragenden Stuten kann der Druse-Erreger sogar zum Abort führen. Druse ist eine fieberhafte Infektionskrankheit, die durch Entzündung der Schleimhäute des oberen Respirationstraktes und die Vereiterung der regionären Lympfknoten mit der Neigung zur Abszedierung gekennzeichnet ist.

druse5Symptome:
Vorwiegend erkranken Pferde bis zum Alter von 5 Jahren, aber auch eine Infektion älterer Pferde ist möglich. Nach einer Inkubationszeit von 3-8 Tagen beginnt die Erkrankung mit hohem Fieber (40-41,5 °C), das ohne Behandlung 10-16 Tage anhalten kann. Danach stellt sich ein akuter Nasenkatarrh ein, der mit beidseitigem serösem bis schleimigem Ausfluss sowie Schwellung der Lymphknoten einhergeht. Fohlen sind apathisch, trinken und fressen fast nichts und husten. In diesem Stadium ist eine spontane Heilung möglich („leichte Druse“). Die „schwere Druse“ ist durch hochgradige schleimig-eitrige Nasen-Rachen-Entzündung und früh einsetzende Schwellung der Kehlgangs- und Luftsacklymphknoten gekennzeichnet. Aber im weiteren Verlauf der Krankheit können alle Lymphknoten beteiligt sein. Beim Aufbrechen der eitergefüllten Lymphknoten kann es je nach Region zur Entzündung von Kehlkopf, Bauchhöhle und der Muskulatur kommen. Weitere mögliche Komplikationen sind wiederkehrende Erkrankungsgeschehen, wenn beispielsweise eine Antibiotikagabe zu früh oder zu spät durchgeführt wurde. In manchen schweren Fällen kann es zu einer Herzklappen-Funktionsstörung kommen. Weniger typisch als die „Kehlgangsdruse“ sind Kehlgangsabszesse ohne Fieber, die mit geringem Nasenausfluss einhergehen. Mit einer solchen Verlaufsform, die auch als „kalte Druse“ bezeichnet wird, kann der Erreger in neue Bestände eingeschleppt werden.

Diagnose:
Die typischen klassischen Symptome, das Auftreten bei Fohlen und jungen Pferden sowie der meist seuchenhafte Verlauf in Zuchtbeständen erlauben eine klinische Verdachtsdiagnose. Die bakteriologische Untersuchung (Erregerkultur) mit PCR (direkt Erreger nachweise) ist unerlässlich. Hierfür sind Nasentupferproben von der medialen Nasenschleimhaut 10-15cm vom äußeren Nasenloch oder Eiter von Lymphknoten, der aseptisch entnommen wurde, geeignet.druse

Therapie:
Die Prognose ist bei den heutigen Therapiemöglichkeiten gut. Komplikationen gestalten die Prognose ungünstiger. Der Erreger ist empfindlich gegenüber Penicillin. Für die Drusebehandlung sind hohe intramuskuläre Penicillindosen erforderlich.

Prophylaxe:
Sollte eine Pferd in Ihrem Stall betroffen sein, können Sie helfen, indem Sie sich so verhalten: seien Sie bemüht eine gute Quarantäne-Zone zu schaffen, manche Boxen eignen sich besser dafür, vielleicht kann man einen Tausch arrangieren. Beispiele dafür sind: für das erkrankte Pferd sollten eine separate Box, Futter, Eimer, etc genutzt werden, der Kontakt zu anderen Pferden eingestellt und vor der Box des infizierten Pferdes sollte eine Desinfektionswanne stehen, damit der Erreger nicht passiv über den Hof verteilt wird. Zusätzlich sollten Kleidungswechsel und Händesinfektion erfolgen. Da der Erreger über Wochen in der Außenwelt überleben kann, sind alle Gegenstände, die kontaminiert sein könnten, laufend zu desinfizieren. Wenn ein Pferd in Ihrem Stall betroffen ist, dann ist hilfreich, wenn Sie zur Kontrolle bei allen Pferden täglich Fieber messen. Wenn Sie einen Verdacht haben, dass Ihr Pferd an Druse erkrankt ist oder ein Pferd in Ihrem Stall, können sie gerne mit uns Kontakt aufnehmen, wir beantworten Ihre Fragen gerne.