Reizstromtherapie wird bereits seit Anfang des 20. Jahrhunderts in der Alternativmedizin hauptsächlich bei Schmerzpatienten oder Patienten mit Muskelatrophie eingesetzt. Die am häufigsten angewandte Reizstromtherapie ist die sogenannte Transkutane Elektrische Nervenstimulation (TENS).
Dabei werden Niedrigfrequenzimpulse über Elektroden auf die Haut übertragen. Es kommt zu einer Stimulation peripherer Nerven, je nach gewählter Frequenz zu Muskelkontraktionen und zu Veränderungen auf zellulärer Ebene. Zellpermeabilität, Proteinsynthese, Gewebswachstum- und Regeneration werden verbessert.
Die Transkutane Elektrische Nervenstimulation (TENS) ist eine schonende, nicht-invasive Methode zur Schmerzlinderung, Lockerung von Muskelverspannungen und zur Aktivierung der Muskulatur beim Pferd.
Wirkung von TENS beim Pferd
Die elektrischen Reize unterstützen den Körper des Pferdes auf mehreren Ebenen:
- Schmerzlinderung:
Die Weiterleitung von Schmerzsignalen wird gehemmt, wodurch das Pferd entspannter wird. - Muskelentspannung:
Verspannte oder verhärtete Muskelpartien werden gelockert. - Förderung der Durchblutung:
Eine bessere Durchblutung unterstützt Regeneration und Heilungsprozesse. - Aktivierung der Muskulatur:
Je nach Einstellung können gezielte Muskelkontraktionen ausgelöst werden, um Muskulatur zu aktivieren und zu erhalten.
Anwendungsbereiche von TENS in der Pferdemedizin:
TENS wird beim Pferd unter anderem eingesetzt bei:
- Muskelverspannungen im Rücken-, Hals- und Kruppenbereich
- Rückenschmerzen und Rittigkeitsproblemen
- Muskelabbau nach Verletzungen oder Ruhephasen
- Unterstützung der Rehabilitation
- Vorbereitung oder Nachbehandlung im Training
Vorteile der TENS-Therapie beim Pferd:
- Medikamentenfreie Schmerztherapie
- Sanft und gut verträglich
- Fördert Entspannung und Wohlbefinden
- Unterstützt den Muskelaufbau und die Regeneration
- Kann ergänzend zu physiotherapeutischen Maßnahmen eingesetzt werden
Hinweise zur Anwendung:
- Die Behandlung sollte ruhig und stressfrei erfolgen.
- Intensität langsam steigern und auf die Reaktion des Pferdes achten.
- Nicht anwenden bei offenen Wunden, Hautentzündungen oder akuten Infektionen.
- Bei tragenden Stuten oder neurologischen Erkrankungen nur nach Rücksprache mit Tierarzt oder Therapeut.
Eine Anwendung durch geschulte Therapeuten oder nach fachlicher Einweisung wird empfohlen.


